Frankreich: Staatliche Lottoeinnahmen kommen Kulturgütern zugute

Lottoeinnahmen Denkmalschutz
Press release

Gesonderte Lottoaktion während der Europäischen Tage des Denkmals

Ab 2018 kommt dank einer gesonderten Aktion ein Teil der Einnahmen der französischen Lottozentrale den Kulturgütern in Frankreich zugute. Diese Vereinbarung wurde in Anwesenheit des französischen Staatspräsidenten, Emmanuel Macron, sowie der Kulturministerin Françoise Nyssen am 13. Februar 2018 im Élysée-Palast unterzeichnet.

Am 28. Dezember 2017 trat in Frankreich ein neues Gesetz in Kraft, mit dem die gefährdeten, französischen Denkmäler mit Geldern aus neuen, innovativen Einnahmequellen finanziert werden sollen. Der von Emmanuel Macron eingesetzte Projektverantwortliche für den Erhalt der gefährdeten Denkmäler, der Fernsehmoderator Stéphane Bern, konnte in Kooperation mit Stéphane Pallez, der Generaldirektorin der nationalen Lottogesellschaft „Française des Jeux“ eine Übereinkunft treffen. Beide unterzeichneten am 13. Februar 2018 in Anwesenheit des französischen Staatspräsidenten und der französischen Kulturministerin im Élysée-Palast ein entsprechendes Abkommen.

Geplant ist eine eigene Lottoauslosung jeweils während der Europäischen Tage des Denkmals über einen Mindestzeitraum von drei aufeinanderfolgenden Jahren. Die Einkünfte sollen direkt der Stiftung für französisches Kulturerbe, der Fondation du patrimoine, zugutekommen. Die erste Verlosung findet mit einer zusätzlichen Rubbellosaktion am 14. September 2018 statt.

Für 2018 ist die Unterstützung von ca. 100 Restaurierungsprojekten von öffentlichen und privaten Partnern aus ganz Frankreich geplant. Eine Vielzahl an Projekten muss sich einer offiziellen Ausschreibung stellen und ein weiterer Teil des Geldes fließt direkt in 14 ausgewählte Baudenkmäler, von denen jedes bezeichnend für seine Region ist.

Eine Auswahlkommission unter dem Vorsitz von Stéphane Bern wird eingesetzt, um Restaurationsprojekte auszuwählen, die 2018 eine finanzielle Unterstützung erhalten werden, und zwar aus dem Fond, der für die von der Stiftung für französisches Kulturerbe und vom Kultusministerium ausgesuchten 1800 Projekte zur Verfügung gestellt wurde.

Diese Projekte, die dank der vom Kultusministerium eingerichteten und von der Stiftung für französisches Kulturerbe verwalteten Plattform bekannt wurden, obliegen privaten und öffentlichen Einrichtungen und spiegeln die kulturelle Vielfalt und historischen Epochen: ländliches Erbe, Bauerbe, religiöses, industrielles, und militärisches Erbe und Gartenerbe.

Die Kommission berücksichtigt dabei:

  • Das vermögensrechtliche und kulturelle Interesse;

  • Die Dringlichkeit der Restaurierung hinsichtlich des Beschädigungsgrades und der Einsturzgefahr;

  • Die Suche nach einem geographischen Gleichgewicht, so dass die ländlichen Gebiete und kleineren Ballungsräume im Rahmen einer Aufwertung bevorzugt werden;

  • Das Aufwertungsprojekt oder Wiedernutzungsprojekt, falls erforderlich, und den wirtschaftlichen erwarteten Nutzen, vor allem was die Entwicklung des lokalen Tourismus betrifft.

Die staatliche Lottogesellschaft Frankreichs, Française des Jeux, schätzt, dass das Lottospiel dem Staat zwischen 15 und 20 Millionen Euro einbringen wird. Die Mittel aus dem Fond, der von der Stiftung für französisches Kulturerbe verwaltet wird, werden sowohl durch die finanzielle Unterstützung von Unternehmen als auch von privaten Spenden ergänzt.

Die Stiftung für französisches Kulturerbe ist eine private und gemeinnützige Organisation, die am 2. Juli 1996 per Gesetz gegründet und als gemeinnützige Einrichtung anerkannt wurde. Ihr Ziel ist der Erhalt und die Pflege des nationalen Erbes. Sie konzentriert sich dabei besonders auf jenes Erbe, welches nicht als Denkmal geschützt wird.

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Presseteam von Atout France
Atout France - Französische Zentrale für Tourismus